Was ich schon immer sagen wollte!

1)Es wird immer über Toleranz und Integration gegenüber Sinti und Roma gesprochen, Toleranz und Integration brauchen wir nicht, wir Deutschen Sinti leben seit 600 Jahren in Deutschland, (Deutsche Roma seit über 200 Hundert Jahren) ich persönlich kann dieses Wort Integration mit Sinti und Roma im zusammen hang, nicht mehr hören. Wenn Sinti nach einer sechshundertjährigen Deutschen Geschichte noch von Integration sprechen müssen, ist das unverständlich, Deutsche Sinti haben im ersten Weltkrieg gedient und wurden mit hohen Orden ausgezeichnet, haben Bürgerliche Berufe ausgeübt, Sinti und Roma, hatten, und haben, National und International Großartige Sportler in ihren Reihen. Auch haben Sinti und Roma Kulturell ihren Beitrag geleistet, man denke an den Sinti Jazz (Django Reinhard) auch der Flamenco ist ein Traditioneller Sinto und Roma Tanz, Sinti und Roma haben die Klassik mit geprägt, Brahms, List, Beethoven um nur einige Komponisten zu nennen, sie sind von ihnen in ihrer Musik Inspiriert worden.

2)Medien Berichten das Sinti und Roma, sie seien Sozial Schmarotzer, und Kriminelle, wenn dies der Wahrheit Entspricht soll man das Tolerieren? Ich toleriere so etwas nicht, jeder Straftäter ist für sein Vergehen verantwortlich, aber nur mit seiner Person, es hat nichts mit seiner Herkunft, mit seiner Religion oder Hautfarbe zu tun. Wenn wir aber von Toleranz sprechen, dann sollte man mal nachdenken was wir Sinti und Roma gegenüber der Mehrheitsbevölkerung alles Toleriert haben, und tolerieren, ich gebe mal einige Beispiele:

Nach dem Krieg 1945, und den Holocaust an 500000 Tausend Sinti und Roma, war der Krieg für Sinti und Roma nicht beendet.

Viele Sinti und Roma aus europäischen Ländern leben in ihren jeweiligen Ländern nicht Menschenwürdig, sie Leben ohne jegliche Infrastruktur, keine Bildungsmöglichkeiten, keine Arbeit, kein Wohnraum, kein Zugang zum Gesundheitswesen. Sinti und Roma werden von Rechtsradikale in ihren jeweiligen Ländern auf offener Straße überfallen, und zu Tode geprügelt, ihre Häuser werden von Rechtsradikalen Nazis in Brand gesetzt. Die Sterberate bei Kleinkindern ist die höchste Europas, es ist unerträglich wie Menschen im 21 Jahrhundert in der Mitte Europas noch leben müssen. Einige haben ihre Länder vor einigen Jahren verlassen um für ihre Familie eine bessere Lebensperspektive zu haben, ich muss nicht ausführen wie es den Meisten von ihnen im unseren Land, beziehungsweise in anderen Westeuropäischen Ländern geht, die Balkan Länder wo die meisten Roma leben, sind seit einiger Zeit Herkunftssichere Staaten, die Menschen haben kaum noch Möglichkeiten ihre Länder zu verlassen, Trotzdem schaffen es einige von ihnen in dieser schwierigen Situation erfolgreich im Beruf einzusteigen, müssen aber in die Anonymität leben, denn wenn sie ihre Herkunft Preisgeben sind sie Chancen los im Berufsleben. Leider können sie nicht als Vorbilder für andere und Roma auftreten.       

3)Welche Benachteiligungen haben Sinti mit deutscher Staatsangehörigkeit in Deutschland: Obwohl Sinti seit nunmehr als 600 Hundert Jahren in Deutschland leben, und Roma mit Deutscher Staatsangehörigkeit zum Teil auch schon 2 Hundert Jahre hier leben, werden diese anerkannte Minderheit, im unseren Land noch stark benachteiligt, ich brauch nur an die Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes die 2016 erschien, zu erinnern, da heißt es, ca.60 Prozent der Mehrheitsbevölkerung möchten keine Sinti und Roma als Nachbar haben,ca.58 Prozent wollen nicht mit Sinti und Roma an einen Arbeitsplatz sein, und ca. 50 Prozent der Mehrheitsbevölkerung wünscht sich das Sinti und Roma aus den Städten verband werden. (Von 1971 bis 1976 habe ich für mein Land (Deutschland) 20 Mal in der Nationalstaffelboxer geboxt) Als ich diese Zahlen gelesen habe war ich erschüttert, ich konnte es nicht glauben, gleichzeitig hat es mir auch Angst gemacht, in was für eine Zeit wir in unserem Land wieder leben müssen.  

4)Ich möchte an das Gerichtsurteil vom Bundesgerichtshof (BGH) 1956 Karlsruhe erinnern: Was hat der Bundesgerichtshof damals entschieden? Nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG) war Voraussetzung für eine Entschädigung, dass jemand aus "rassischen Gründen " verfolgt wurde. Die meisten Gerichte und Behörden nahmen eine Verfolgung der Sinti und Roma aus "Gründen der Rasse" jedoch erst ab dem 1.März 1943 an.

Dies bestätigten die höchsten deutschen Richter in ihrem Grundsatzurteil vom 7.Januar 1956 - in krassen Worten. Alle staatlichen Verfolgungsmaßnahmen vor 1943 seien legitim gewesen, weil sie von "Zigeunern durch eigene asozialität, Kriminalität, und Wandertrieb" selbst veranlasst gewesen seien. Eine wesentliche Passage aus dem Urteil: "Sie neigen, wie die Erfahrung zeigt, zu Kriminalität, besonders zu Diebstählen und Betrügereien” es fehlen ihnen vielfach die sittlichen Antriebe der Achtung vor fremden Eigentum, weil ihnen wie primitiven Urmenschen ein ungehemmter okkupationstrieb eigen ist." 60 Jahre Später im Jahr 2016 hat sich der Bundesgerichtshof für dieses Urteil Öffentlich Entschuldigt.

5)Gedenken an den NS-Völkermord bedeutet heute auch Verantwortung der Politik für die Sinti und Roma. Nach wie vor Versuchen Politik, Behörden und Medien die Sinti und Roma oftmals als gesellschaftliche Randgruppe zu Stigmatisieren und als „ewige Zigeuner“ darzustellen und zu behandeln. Gerade der diffamierende und negativ konnotierte Fremdbegriff „Zigeuner“ ist ein Synonym für irrationale Phantasien, Ängste und Klischeevorstellungen der Mehrheitsbevölkerung, die über die Minderheit fortwähren. Selbst in Deutschland gibt es solche Versuche, obwohl Sinti und Roma aufgrund der politischen Initiative des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma seit 1995 den Status einer deutschen nationaler Minderheit wie die Sorben, Friesen und Dänen besitzen und damit eigentlich einen besonderen rechtlichen und kulturellen Schutz genießen. Dies insbesondere aus der Verantwortung der Geschichte. Entgegen zahlreicher Klischees und Falschbehauptungen waren und sind Sinti und Roma in die Deutsche Gesellschaft integriert und ein Bestandteil unserer Heimat und unserer gemeinsamer Geschichte.

(Zitat: von Prof. Klaus Michael Bogdal)

Als Sinto wird man geboren,

Als Roma wird man geboren,

Als Zigeuner wird man nicht geboren,

„Zigeuner“ ist ein Konstrukt der Mehrheitsgesellschaft.

6)500000 Sinti und Roma sind dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen, nach 20 Jährigen Kampf gegen alle erdenklichen wiederstände hat sich Deutschland zur seiner Geschichte Bekannt, und wir konnten 2012 im Herzen Berlins in Anwesenheit unserer Bundeskanzlerin, ein Denkmal für unsere Ermordeten Menschen eröffnen. Ich hätte mir gewünscht das meine Eltern, und noch andere Holocaust Überlebende die Denkmals Eröffnung miterlebt hätten. Leider konnte bei der Eröffnung des Denkmals nur noch wenige Holocaust Überlebender dabei sein.      

7)Seit 2004 bemüht sich der Zentralrat um den Erhalt der Gräber von NS verfolgten Sinti und Roma, nach 12 Jahren, am 8. Dezember 2016 wurde bei der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder in Berlin (MPK)zwischen der Bundeskanzlerin und den Landesvertretern der Beschluss gefasst, das Bund und Länder eine Regelung zum dauerhaften Erhalt der Grabstätten erarbeiten, die demnächst in Kraft treten soll. Ich hoffe dass die Regelung unsere Grabstätten zu erhalten in der gesamten Bundesrepublik bald soweit ist. Es wäre ein gutes Zeichen, an die wenigen Holocaust überlebende die noch unter uns weilen. Deutsche Kriegsgräber werden jedes Jahr mit Millionen von Euro im stand Gehalten, hat man mal darüber nachgedacht wieviel Täter in diesen Gräbern Liegen

8)Jahrzehnte hat der Zentralrat um Anerkennung des Völkermord an Sinti und Roma Kämpfen müssen, nach dem Hungerstreik 1980 in Dachau, an dem Romani Rose und 12 Sinti davon 5 Auschwitzüberlebende teilgenommen haben, hat der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt 1982 den Völkermord an Sinti und Roma aus Rassistischen Gründen anerkannt, vor Anerkennung des Völkermordes haben Sinti und Roma kaum eine Chance gehabt eine Wiedergutmachung von der neuen Bundesrepublik zu bekommen, denn die Schreibtischtäter die mit dafür gesorgt haben das Sinti und Roma in den KZ kamen, haben nach dem Krieg wieder in Amt und würde an ihren Arbeitsplatz gesessen, sie konnten darüber entscheiden wem eine Rente zusteht und wem nicht. Sie konnten nicht zustimmen, dass Sinti und Roma ihr Eigentum, eine Rente, oder eine Wiedergutmachung bekommen. Denn Grundlage für die Schreitischtäter war, das Sinti und Roma Kriminell, und Asozial waren, deshalb war es Legitim für sie die Menschen an den Nazis auszuliefern. Wenn sie ihnen etwas bewilligt hätten, hätten sie sich selbst schuldig gesprochen, denn sie hätten zugeben müssen das Sinti und Roma aus rassischen Gründen in den KZ gekommen sind. Und sie“ wären als Mittäter enttarnt gewesen.  

9)500000 Sinti und Roma sind dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen. Keine Familie ist verschont geblieben. Auch die Gestapo , Waffen SS (Polizei) Staatsanwälte, Richter, Ärzte haben sich schuldig gemacht, sie sind nie zu Rechenschaft gezogen worden, im Gegenteil sie haben nach dem Krieg nahtlos wieder ihren Dienst als Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Ärzte aufnehmen können, die meisten sind in den 70-80 Jahren in Rente gegangen. Von 1933 bis 1945 haben diese Menschen andere Menschen Gepeinigt, und Ermordet, auch für diese 12 Jahre haben sie Rente beantragt, und bekommen.   

(60 Jahre BGH, 20 Jahre Denkmal, 13 Jahre Grabstätten,

Es geht um 500000 Tausend Menschen, die nicht im Krieg gefallen sind, man hat ihnen ihre Würde, ihr Eigentum, und

Am Ende hat man ihnen das Leben genommen.

Diese Menschen hatten keine Chancen.)    

10)Frau Kiesewetter, eine Polizeibeamtin wird Ermordet, einige Sinti Familien hielten sich in der Nähe des Tatortes auf, sie wurden öffentlich als Landfahrer diffamiert, und wurden prompt unter Generalverdacht gestellt, obwohl man schon kurzer Zeit später wusste aus welchen Kreisen die wahren Täter kamen, hat man weiterhin Zwei Jahre an den Verdacht festgehalten das die Täter aus den Zigeunermilieu kommen würden (öffentliche Berichterstattung Deutscher Medien) während der Ermittlungen wurde bei einen Verdächtigen ein Lügendetektortest durchgeführt. Die Psychologen hielten daran fest, dass der Mann „ein typischer Vertreter seiner Ethnie" sei, was bedeute, das „die Lüge ein Wesentlicher Bestandteil seiner Sozialisation" sei. Irgendwann konnte man dem Verdacht gegenüber Sinti nicht mehr aufrechterhalten, die wahren Mörder der Polizistin waren Rechtsradikale Nazis, so musste man den Verdacht gegenüber unserer Minderheit fallen lassen. Unsere Minderheit erwartete von den öffentlichen Stellen eine Entschuldigung für das Unrecht was ihnen mal wieder angetan wurde, seither sind sechs Jahre vergangen, eine Entschuldigung gab es für unsere deutsche anerkannte Minderheit bis heute nicht. All das, und noch vieles mehr, mussten und müssen Sinti und Roma tolerieren.

11)An deutschen Universitäten, Fachhochschulen, und sonstige Bildungseinrichtungen, findet der Nationalsozialismus kaum Beachtung, das Grauen liegt erst 72 Jahre zurück, wenn man über den Tyrannen Nero zu wenig weiß bekommt man im Geschichtsunterricht schlechte Noten, das liegt 2000 Jahre zurück. In der heutigen Zeit ist es wichtig, dass alle Bildungseinrichtungen sich mit dem Thema Nationalsozialismus Auseinandersetzt.    

Wir brauchen Aufklärung:

12)Ich lerne Jeden Tag in unserem Land Liebe und Herzliche Menschen kennen, reicht es Lieb und Herzlich zu sein?? Reicht es wenn man sagt ich bin gegen rechte Gewalt, ich sage es reicht nicht, Menschen die gegen rechte Gewalt sind sollten sich zeigen, wir müssen gemeinsam aktiv werden, denn es geht um unsere gemeinsame Demokratie, es geht nicht nur um Minderheiten, es geht um alle Menschen die Friedlich im unserem Land, und unseren Europäischen Mitglied Staaten leben wollen, denn unsere Geschichte hat gezeigt, wo das Rechte Gedankengut hingeführt hat. Dieser Krieg hat ca. 60 Millionen Menschen das Leben gekostet. Ganz Europa lag nach dem Wahnsinnigen Krieg in Schutt und Asche. Das darf nie wieder geschehen. Den heutigen Generationen kann, und will man kein Vorwurf machen, für das, was vom Nationalsozialismus ausgegangen ist. Aber es darf nicht in Vergesslichkeit geraten, denn was man Vergisst kann sich wiederholen.

Deshalb ist Aufklärung wichtig.

Ich bin bereit mich mit Menschen, die an diesen Thema interessiert sind, Gespräche zu führen.

(Eingeschlossen Wählerinnen und Wähler der AFD)

Oswald Marschall

18.10.2017